Die Vereinigung Henri Capitant – Deutschland e.V. ist seit 2010 die deutsche Sektion des weltweit ersten und umfassendsten Netzwerks der kontinentaleuropäischen Rechtstradition. Gemeinsam mit Partner:innen aus über 50 Ländergruppen der Association Henri Capitant verbinden wir Wissenschaft und Praxis über Ländergrenzen hinweg. Die Arbeit der Association und ihrer Ländergruppen widmen sich dem Austausch zwischen Juristinnen und Juristen aus verschiedensten Rechtsordnungen, die Wurzeln der kontinentaleuropäischen Rechtstradition aufweisen.
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Die Vereinigung Henri Capitant – Freunde der französischen Rechtskultur e.V. wurde im November 2010 auf Anregung von Prof. Denis Mazeaud und Prof. Reiner Schulze durch eine Gruppe von Richterinnen, Rechtsanwälten und Professoren in Münster gegründet.
Entsprechend dem Vorbild der französischen Association Henri Capitant vereint die deutsche Gruppe derzeit über 70 Juristinnen und Juristen verschiedenster juristischen Berufe — Wissenschaft, Justiz, Anwaltschaft, Notariat, Verwaltung und Übersetzungsdienste.
Falls Sie gerne bei uns mitwirken möchten oder Fragen haben, finden Sie in der Rubrik Mitglied werden alle erforderlichen Informationen.
Mitglied werden → Aktuelle SatzungDer aktuelle Vorstand der deutschen Gruppe bündelt Erfahrung aus Wissenschaft und Anwaltschaft. Begleitet wird die Arbeit des Vorstands vom Posten der Generalsekretärin.

Prof. Dr. Niels Petersen
Universität Münster
Prof. Dr. Caroline Rapatz
Universität Kiel
Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen
Rechtsanwalt, Wirtschaftskanzlei GvW Graf von Westphalen
Prof. Dr. Gerald Mäsch
Universität Münster
Prof. Dr. Matthias Lehmann
Universität Bonn
Helena Kaim
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und VölkerrechtDie Association Henri Capitant wurde 1935 unter Leitung von Professor Henri Capitant durch eine Gruppe von Juristen aus französischsprachigen Ländern gegründet — Belgien, Luxemburg, Québec, der Schweiz. Die Gemeinnützigkeit des Vereins wurde am 12. Juli 1939 durch Dekret des Conseil d'État anerkannt. Neben der Beratung von französischen, europäischen und ausländischen Gesetzgebern organisiert die Association die Zusammenarbeit und den Austausch im weltweiten Netzwerk.
Präsident ist heute Prof. Philippe Dupichot, Vizepräsidenten sind Prof. Marie Goré und Prof. Valérie Malabat. Der Generalsekretär der Association ist Prof. Cyril Grimaldi.
Unter dem Schirm der Association haben sich inzwischen über 50 Ländergruppen gegründet, die weltweit das umfassendeste Netzwerk der kontinentaleuropäischen Rechtstradition bilden.
Die nationalen Gruppen teilen die Ziele der Association und verpflichten sich, an deren Umsetzung mitzuwirken. Die Zugehörigkeit zum Capitant-Netzwerk erfolgt durch Anerkennung des Bureau der Association.
Der fachliche Austausch im Netzwerk findet in verschiedenen Formaten statt: Neben gemeinsamen Forschungsprojekten sind die internationalen, regionalen und bilateralen Konferenzen das Herzstücks des Austauschs im Capitant-Netzwerk.
Hier finden Sie kommende Tagungen und Konferenzen sowie einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen.
Teilnehmende der deutschen Gruppe: Niels Petersen, Caroline Rapatz, Gerald Mäsch (Berichterstatter), Matthias Lehmann, Walter Frenz, Christoph Kern (Berichterstatter)
Einen Bericht bzw. mehr Informationen finden Sie hier.
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Seit ihren Anfängen kennt die europäische Verbraucherschutzgesetzgebung nur eine Richtung: immer weiter, immer höher, immer stärker. Die überarbeitete Richtlinie über den Verbrauchsgüterkauf und die Richtlinie über digitale Inhalte sind nur die jüngsten Anzeichen dafür. Aber gibt es Grenzen des Wachstums, und haben wir diese bereits erreicht oder gar überschritten? Zahlen die Vertragspartei und der Verbraucher selbst einen zu hohen Preis für einen Schutz, dessen Wirksamkeit ansonsten fraglich ist? Führende französische und deutsche Experten für Verbraucherrecht werden diese Frage diskutieren. Die Diskussion wird mit der Sicht des Schweizer Rechts enden, das in seiner Kultur dem deutschen und französischen Recht nahesteht, aber nicht mit dem europäischen Tempo Schritt gehalten hat.
Einen Bericht bzw. mehr Informationen finden Sie hier.
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Die Konferenz, die in diesem Jahr als Thema „Les divergences franco-allemandes dans la théorie de contrat – Querelles du mot ou querelles du fonds?“ behandelte, setzte nicht allein in fachlicher Hinsicht neue Anreize. Es kam auch zu einem sehr persönlichen Austausch zwischen französischen und deutschen Juristen. Dem Ziel, die deutsch-französischen Beziehungen zu verbessern, sind wir damit ein bisschen näher gekommen.
Natürlich hoffen wir auch in Zukunft, dass wieder zahlreiche Interessierte an unseren Veranstaltungen teilnehmen, damit der wichtige Austausch zwischen französischer und deutscher Rechtskultur weiter vorangetrieben wird. Des Weiteren ist mit Blick auf das Jahr 2014 zu hoffen, dass auch die nächsten Journées franco-allemandes in Münster zu einem erfolgreichen und angenehmen Austausch zwischen deutschen und französischen Juristen werden.
Ende Mai fand in Chile die jährliche internationale Konferenz der Association Henri Capitant statt. Thema der durch die Universitäten Santiago und Valparaiso organisierten Konferenz war in diesem Jahr Le pouvoir dans les sociétés. Wie in jedem Jahr wurden die Unterthemen durch die verschiedenen Ländervertreter rechtsvergleichend erarbeitet, und dieses Mal war die deutsche Delegation erstmals mit drei Professoren vertreten. Berichterstatter in der ersten Sektion war Professor Christoph Teichmann von der Universität Würzburg. Sein Bericht befasste sich mit L'acquisition du pouvoir dans les sociétés. In der zweiten Sektion berichtete Professor Matthias Lehmann von der Universität Halle zu L'exercice du pouvoir dans les sociétés.
Mitgereist war auch der Vorsitzende der deutschen Gruppe Professor Reiner Schulze. Wie üblich kam auch das kulturelle Programm nicht zu kurz. Unter anderem stand ein Besuch des Wohnhauses von Künstler und Dichter Pablo Neruda auf dem Programm. Höhepunkte waren in diesem Jahr ein Empfang des französischen Botschafters in Chile sowie das festliche Bankett im Club Naval in Valparaiso.
Die Berichte der anderen Teilnehmer sowie die Tagungsbände der letzten Jahre finden Sie hier.
Die 3èmes Journées franco-allemandes am 8. und 9. Juli 2011 in Münster waren die erste durch unsere deutsche Gruppe veranstaltete Tagung. Unter dem Thema Promotion et protection des petites et moyennes entreprises – les nouveaux instruments de droit privé kamen Juristen aus Deutschland und Frankreich zusammen, um die Entwicklungen unserer Länder zu vergleichen und Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze aufzuzeigen.
Welche Bedeutung der deutsch-französische Austausch auch außerhalb der Wissenschaft hat, äußerte sich in dem Besuch der Landesministerin für Europa und Bundesangelegenheiten Schwall-Düren. Die jeweils aus deutscher und französischer Perspektive vorgetragenen Beiträge zu Themen wie „La limitation de responsabilité de l'entrepreneur individuel“, „Le projet de Societas Privata Europaea“, „La protection contre les déséquilibres contractuels“ und „La protection contre les retards de paiement et l'endettement excessif“ werden in einem Tagungsband veröffentlicht.
Ob Wissenschaft, Justiz, Anwaltschaft, Notariat oder Verwaltung — die deutsche Gruppe steht allen Juristinnen und Juristen offen, die die kontinentaleuropäische Rechtstradition mitgestalten wollen. Kenntnisse der französischen Sprache werden nicht vorausgesetzt, sind aber zur Teilnahme am internationalen Austausch von Vorteil.